Woche 34

Liegen, liegen, liegen.....

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Tja, da liege ich nun. Es geht besser, als ich gedacht habe. Allerdings weiß ich genau, was meine sonst so übermächtige Aktivität bremst. Es sind diese Wehenhemmer Partusisten. Schon in der Klinik am Tropf habe ich die ersten Folgen bemerkt. Ich musste zittern ohne es zu wollen und ich bekam Herzrasen. Eine normale Folgeerscheinung, dass kenne ich schon von Jule. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran und das Zittern lässt nach bzw. ich musste keine Betablockertabletten mehr nehmen, um es zu dämpfen. Aber diese Tabletten machen einen so richtig fertig. Da liegt jede noch so aktive Frau. Und mit der Zeit und nach einigen Liegen ist die gesamte gesammelte Kondition hin. Deshalb werden diese Tabletten auch meistens vor der 37. Woche abgesetzt, damit Frau wieder Gelegenheit hat, ein paar Kräfte für die Geburt zu sammeln.
Manchmal bin ich froh, die Treppe hoch zu kommen, ohne das Gefühl zu haben, eben einen 100 m-Sprint hingelegt zu haben. Freiwillig hebe ich mein Julchen auch nicht mehr hoch. Aber wir haben uns eine Taktik ausgedacht, wie sie auf den Wickeltisch kommt. Denn am Boden kann ich sie nicht wickeln, da ist mittlerweile mein Bauch doch sehr im Weg. Jule steigt an meiner Hand auf einen Stuhl und dann (keine Angst, immer noch an meiner Hand) auf den Tisch. Der Stuhl steht sonst nicht im Kinderzimmer - wir sorgen da schon vor, dass sie nicht alleine auf die Idee kommt, Bergsteigerin zu spielen. Beim Wickeln hilft sie gut mit. Kommando "Popo hoch" und zack, die Windel ist drunter.

Am Montag nach der Entlassung aus der Klinik bin ich gleich zu meinem Gyn, damit er die Behandlung korrekt weiterführen konnte. Ich kam als normale Schwangere und verließ die Praxis als Risiko-Schwangere, die jetzt bitte jede Woche kommen muss. Glücklicherweise waren CTG und die anderen Untersuchungen soweit im Rahmen.

Und dann lag ich wieder zuhause. Jule war bei der Verwandtschaft und Bekanntschaft untergebracht. Ich war froh, zuhause zu sein und vor allen Dingen, abends meine Familie um mich zu haben. So ging die erste Woche rum.

Die 3 3/4 Möllers kurz vor WeihnachtenIn der zweiten Woche zuhause haben wir probiert, Jule in einem privaten Kindergarten unterzubringen. Sie weint halt noch, wenn ich sie morgens abliefere, aber ich denke, das bekommen wir Stückchen für Stückchen in Griff. Der Tagesablauf ist so für mich gut machbar. Jule geht zwischen 8 und 9 Uhr in den Kindergarten und ich hole sie zwischen 11.30 - 12.00 Uhr wieder ab. Dann schläft mein großes Mädchen von 13.00 bis 15.00 Uhr, öfters länger. Und dann spielen wir - wobei ich immer liege. Dieter kommt gegen 18.00 Uhr und macht dann Abendessen. Jule ist in der Zeit mit mir total lieb und dreht meistens erst auf, wenn ihr Papa da ist. Dann werden heftig schnelle Runden auf dem Bobbycar gedreht und noch ein bisschen "Ringkampf" mit Papa gemacht.

Bisher habe ich ca. 1 x die Woche heftige Wehenattacken gehabt. Aber jedes Mal habe ich nachvollziehbar zuviel gemacht. Einmal war ich einkaufen, das andere Mal hatte ich die Babyklamotten in die Schränke geräumt (ja ja, der Nesttrieb). Gottseidank habe ich es dann mit Liegen und den Tabletten in Griff bekommen. Der Muttermund hat sich bei diesen Aktionen immer weiter zurückgezogen. Jetzt hoffe ich von Arztbesuch zu Arztbesuch, dass er sich nicht weiter verändert. Seit 2 Wochen ist er jetzt mit einem Finger bequem durchgängig. Mein Frauenarzt ist immer ganz vorsichtig, damit er sich nicht noch weiter dehnt - die Diagnose reicht ihm völlig aus.

Ich muss jetzt auch aufpassen, dass ich mir keine Bakterien in die Scheide einfange. Denn das könnte einen vorzeitigen Blasensprung auslösen. Also wasche ich mir zum Beispiel vor jedem Toilettengang die Hände - hinterher auch, na klar! Ansonsten halte ich mich mit Duschgel und Seife im Intimbereich zurück, damit das natürlich saure Klima dort nicht unnötig gestört wird. Wasser tut's auch. Baden ist ja sowieso nicht mehr drin.

Gestern hatte ich auf einmal das Gefühl 5 kg mehr mit mir rumzuschleppen. Ich weiß nicht warum. Heute morgen sah mein Bauch dann ziemlich quadratisch aus. Ich glaube, es hat sich alles abgesenkt, denn ich spüre auch weniger Rippentritte. Jetzt habe ich den so "typischen" Schwangerengang drauf - Bauch raus mit Hohlkreuz. Weniger aus Stolz sondern mehr aus Bequemlichkeit.

A propos Gewicht: Bei der Entlassung aus der Klinik hatte ich doch tatsächlich 2 kg abgenommen. Die habe ich mittlerweile wieder drauf und habe jetzt das gleiche Gewicht wie zu Beginn der Schwangerschaft. Mein Gyn sagte, das wäre in Ordnung, da Klinikkost nicht auf Zunehmen ausgelegt ist. Beim Ultraschall haben wir dann unsere Möllerine ausgemessen. Da der Kopf sehr tief im Becken liegt, ist das eine relativ schwierige Aufgabe. Er hat für Donnerstag, 21. Januar, ein Gewicht von 2350 g ermittelt. Das ist doch schon mal was. Man geht davon aus, dass das Baby jetzt pro Woche 500 g an Gewicht zulegt. Der gemessene Kopfdurchmesser betrug 86 mm.Möllerzwei am 28.12.98

Die einzige trübe Wolke in meinen Gedanken ist die Anweisung meines Frauenarztes, in Darmstadt in den Städtischen Kliniken zu entbinden, wenn das Kind vor der abgeschlossenen Woche 36 kommt, d.h. vor dem 5.2.99. Das ist ganz und gar nicht die Klinik meiner Wahl, aber dort ist halt auch eine Neonatologie, für den Fall der Fälle. Meine Hebammen meinten, es wäre aber kein Problem, bei ihnen in Groß-Umstadt zu entbinden, wenn ich die 35. Woche vollendet hätte - und das wäre am 29. Januar!!! Tja, was macht man nun? Klinik mit oder ohne spezieller Kinderstation ????
Ich warte jetzt auf jeden Fall noch den Freitag 29.1.99 mit der nächsten Vorsorgeuntersuchung ab.

Ach, da gibt's noch eine trübe Wolke, die ich aber gestern in Griff bekommen habe: SODBRENNEN.... Bei Jule hatte ich das nicht. Zumindest nicht so heftig wie jetzt. Selbst im Sitzen wandert die Säure die Speiseröhre hoch. Nach dem Durchforsten vom Archiv des Babyzimmers habe ich jetzt gestern mit Bullrichsalz erste Erfolge erzielen können. Ich konnte wenigstens in Ruhe einschlafen. Einen Nachteil hat das Zeug allerdings: es steigen verdammt viel Gase wieder auf - ich habe gerülpst wie ein Weltmeister. Dieter meinte, es sei mir gestattet :-)))))

Mehr von uns am Freitag, nach der Vorsorge, und vor dem nächsten Vollmond-Wochenende.......

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